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  Montagetipps

 zum drucken oder speichern unserer Montagetipps


Mit diesen allgemeinen Tipps zur Endmontage, Wartung und Problemlösung von Fahrrädern wollen wir Selbstschraubern eine Hilfe geben und die z.T. nur bedingt verständlichen Handbücher und Begleitpapiere der Hersteller ergänzen. Um den vollständigen Garantieanspruch zu wahren, ist sowohl eine sorgfältige Endmontage, als auch eine regelmäßige Pflege, Wartung und Inspektion erforderlich. Diese sollten Sie nach den ersten 200-300km und je nach Fahrleistung mindestens einmal jährlich durchführen. Abhängig von Ihren handwerklichen Fähigkeiten kann es ratsam sein, dies durch einen technisch versierten Bekannten, oder noch besser durch eine Fachwerkstatt machen zu lassen. Häufig werden Inspektionen zu günstigen Pauschalpreisen (ca. 30-40€ ohne Material) angeboten. Weiterhin geben wir zu bedenken, dass Schäden durch unsachgemäße Endmontage und mangelhafte Wartung seitens des Verbrauchers nicht in den Garantieanspruch fallen.


Werkzeug   Verpackung   Lenker   Pedale   Sattel   Bremsen   Laufräder   Nabenschaltung   Kettenschaltung   sonstiges   Links

Für die meisten Verschraubungen am Rad benötigen Sie folgendes Werkzeug:

  • 3, 4, 5 und 6 mm Inbusschlüssel
    (gute Werkzeugqualität, am besten T-Schlüssel)
  • 8, 9, 10, 13 und 15mm Ring-/Maulschlüssel
  • kleiner und mittlerer Schlitz u. Kreuzschlitz Schraubendreher
  • eine schlanke 14er Nuß für die Tretlagerschrauben (u.U. auch einen 8mm Inbus)
  • Speichennippeldreher (vom Fahrradhändler)


Entfernen Sie nach Erhalt des Rades sorgfältig die Verpackung und bewahren diese bis mindestens zur ersten Probefahrt auf. Zwar sind Reklamationen bei uns sehr selten, aber man weiß ja nie... Die Rechnung finden Sie in der roten Versandtasche, die auf der Verpackung klebt. Auf der Rechnung ist auch die Rahmen Nr. vermerkt. Bewahren Sie diese ebenfalls gut auf, da sie gleichzeitig als Garantiebeleg/Fahrradpaß dient.


Um den Lenker auszurichten, müssen Sie den Vorbau lösen.
Man unterscheidet 2 Arten von Vorbauten:

Abb.1 der altbekannte Vorbau mit Innenklemmung
Fahrrad Vorbau mit Innenklemmung

Lösen Sie die Inbusschraube, die von oben auf den Vorbau gesehen axial zum Steuerrohr verläuft. Ziehen Sie den Vorbau nicht höher, als bis zur Markierung heraus. Wenn Sie den Lenker ausgerichtet haben, ziehen Sie die Inbusschraube wieder fest.

Abb.2 der A-Head Vorbau
A-Head Vorbau

Lösen Sie die beiden seitlichen Klemmschrauben am Vorbau und richten den Lenker aus. Ziehen Sie die beiden Schrauben an und prüfen das Steuerlagerspiel. Legen Sie dazu eine Hand um Vorbau und Steuerrohr, ziehen mit der anderen Hand die vordere Bremse an und bewegen das Rad leicht vor und zurück. Wenn ein Spiel im Steuerlager vorhanden ist, spüren Sie dies in der Hand, verwechseln Sie es nicht mit dem Spiel aus der Federgabel (falls das Rad damit ausgestattet ist). Sollte es zu stramm sein oder Spiel haben, lösen Sie die beiden Schrauben wieder und stellen das Lagerspiel mit der axial zum Steuerrohr angeordneten Inbusschraube (Abb.3) ein. Wichtig: Drehen Sie die Schraube nicht fest, es handelt sich um eine Einstellarbeit. Schrauben Sie lediglich in Vierteldrehungen weiter und prüfen Sie dazwischen immer wieder das Spiel wie beschrieben.

Steuerspiel einstellen Abb.3

Ist das Spiel in Ordnung richten Sie den Vorbau wieder aus und ziehen die beiden seitlichen Schrauben an.

Wenn Sie einen winkelverstellbaren Vorbau haben (Abb.4), können Sie diesen verstellen, in dem Sie die Inbusschraube, die Sie auf der Unterseite des Vorbaus finden, lösen. Die in den meisten Fällen vorhandenen beiden seitlichen Schrauben brauchen nicht gelöst werden, sondern müssen nur fest sein (Vorsicht, vergnaddeln leicht!).

winkelverstellbarer Vorbau Abb.4

Danach lösen Sie die Lenkerklemmung des Vorbaus und drehen den Lenker in die gewünschte Position. Ziehen Sie die Schrauben des Deckels oben und unten gleichmäßig an, so dass die Spalte oben und unten gleich groß sind und in sich parallel verlaufen. Hat der Vorbau vier Schrauben: über Kreuz anziehen.

Ausrichten der Hebel:
Um in jeder Fahrsituation den Bremsgriff gut zu erreichen, wird er so ausgerichtet, dass die Finger in Verlängerung der Unterarme darauf ruhen, wenn der Fahrer im Sattel sitzt. Damit Handkraft optimal in Bremskraft verwandelt werden kann, den Bremsgriff so positionieren, dass Zeige- und Mittelfinger gerade das äußere Ende des Bremshebels zu greifen bekommen.
Tipp:
Griffklemmung nur so fest anziehen, dass der Bremsgriff bei normaler Betätigung nicht verrutscht, sich bei einem Sturz aber verdrehen und somit größere Schäden vermeiden kann.


Montage der Pedalen:

- An die linke Kurbel (in Fahrtrichtung gesehen) wird die Pedale mit Linksgewinde montiert. Diese ist mit einem 'L' und/oder einer Riffelung (Abb.5) vor dem Gewinde versehen. Außerdem ist ein Linksgewinde daran zu erkennen, daß die Gewindesteigung, wenn man sich das Gewinde senkrecht vor Augen hält, nach links ansteigt.
- Streichen Sie die Gewinde mit Fett ein.
- Setzen Sie die Pedale mit den Fingern an und drehen diese bis ca. zur Hälfte der Gewindelänge ein. Verwenden Sie hierfür äußerste Sorgfalt, da Feingewinde leicht dazu neigen, schief angesetzt zu werden! Das Gewinde ist dann zerstört und die Kurbeln müssten ersetzt werden, was verständlicherweise keinen Garantiefall darstellt! Vorsorglich prüfen wir die Gewinde vor Auslieferung.
- wenn Sie sicher sind, daß die Pedale gerade angesetzt sind, ziehen Sie diese mit einem 15mm Maulschlüssel fest. Bei einigen Pedalen oder kunststoffummantelten Kurbeln benötigen Sie einen flachen Maulschlüssel oder einen Inbusschlüssel.
- Prüfen Sie nach der ersten Probefahrt, sowie bei jeder regelmäßigen Wartung, ob die Pedale wirklich festsitzen. Wenn sie sich lockern, können die Kurbeln ebenfalls beschädigt werden. Übrigens sollten auch die Verschraubungen der Kurbeln am Tretlager in der ersten Zeit mehrmals nachgezogen werden.

Pedale mit Linksgewinde Abb.5


So stellen Sie den Sattel richtig ein:

Sattelhöhe:


Die richtige Sattelhöhe ermitteln Sie, indem Sie sich in Fahrhaltung aufs abgestützte Rad setzen. Drehen Sie ein Kurbelarm senkrecht nach unten und stellen Sie die Ferse aufs Pedal. Bei der tiefsten Pedalstellung sollte Ihr Bein fast ganz gestreckt sein.
Ist der Sattel zu hoch eingestellt, so müssen Sie das Knie beim Treten zu weit strecken und es kommt zu einem seitlichen Kippen des Beckens. Sitzen sie zu tief, sind die Knie zu stark gebeugt. Beides führt zu einer erhöhten Belastung der Muskulatur und Sie können auch keine optimale Kraftumsetzung erreichen.
Achtung: Ziehen Sie die Sattelstütze niemals weiter als bis zur Markierung (Mindesteinstecktiefe) hinaus. Bei zu weit herausgezogener Stütze, kann diese oder sogar der Rahmen beschädigt werden.

Sattelposition:

Zur Einstellung der Sattelposition nehmen Sie sich ein Lot an einer Schnur. Halten Sie es bei waagerechter Pedalstellung ans obere Ende des Schienbeinknochens, unmittelbar unter der Kniescheibe. Wenn es exakt durch die Pedalachse verläuft ist die Position des Sattels richtig, ist das nicht der Fall verschieben Sie den Sattel dementsprechend vor oder zurück.

Eine gute Beschreibung zur Einstellung finden Sie z.B. auch auf den Seiten von bike-magazin.de


So stellen Sie die V-Bremsen ein:

Richten Sie die Bremsschuhe (Abb.7) so in der Höhe aus, dass diese bei angezogener Bremse genau auf die Mitte der Lauffläche der Felge treffen. Die Bremsschuhe sollten leicht V-förmig nach hinten gekippt sein, so das der vordere Teil zu erst auf die Felge trifft. Dabei darf er nicht am Reifen schleifen. Ziehen Sie den Bremshebel mehrmals an (dieser darf sich nicht bis zu Griff durchziehen lassen) und kontrollieren noch mal den Abstand der Bremsschuhe zur Felge.

V-Bremsen einstellen Abb.7

Am Drehpunkt der Bremsarme finden Sie eine kleine Einstellschraube (Abb.8), mit der Sie die Federvorspannung des jeweiligen Bremsarmes einstellen können. Wenn z.B. die rechte Seite zu dicht an der Felge steht, drehen Sie die rechte Schraube weiter rein, oder die linke weiter raus. Machen Sie dabei immer nur eine viertel Umdrehung und ziehen dann den Bremshebel wieder 4-5 mal an. Wiederholen Sie dies, bis Sie die Bremse gleichmäßig ausgerichtet haben. Da sich die Federn immer etwas unterschiedlich setzen, müssen Sie dies bei jeder Wartung kontrollieren und ggf. nachjustieren.

Einstellschraube Abb.8

Tipps zu hydraulischen Scheibenbremsen:

Scheibenbremsen neigen i.d.R. zu leichten Schleifgeräuschen, dies ist normal und unbedenklich und bessert sich häufig noch nach der Einfahrzeit. Evt. muß der Bremssattel nach der Einfahrzeit nochmal neu ausgerichtet werden.
Bei langen Abfahrten mit angezogenen Bremsen kann es zu Überhitzungen kommen. Dies kündigt sich häufig durch verstärkte Schleifgeräusche an, weil die Bremsscheibe sich verzieht. Auch ein wandernder Druckpunkt ist ein Zeichen für Überhitzung und kann bis zum Totalausfall der Bremse führen! Bei diesen Anzeichen sollten Sie sofort anhalten und die Bremsen abkühlen lassen. Zur Vermeidung von Überhitzung sollten Sie besser kräftig, aber in Intervallen (mit beiden Bremsen) bremsen. Achten Sie darauf, daß Sie bei einem Halt nicht mit gezogener Bremse stehen bleiben, da sich dann die Hitze über die Beläge auf die Bremsflüssigkeit überträgt. Bei starker Beanspruchung der Bremse können Sie die Wärmeabfuhr noch etwas verbessern, indem Sie an den Befestigungspunkten der Bremssättel die Farbe an Rahmen/Gabel entfernen.

Wartung:
Bei Bremsen mit DOT Bremsflüssigkeit sollte diese wie bei Autos alle 2 Jahre gewechselt werden. Bremsanlagen mit Mineralöl (z.B. Magura oder Shimano) haben zwar einen etwas niedrigeren Siedepunkt, sind dafür aber weniger wartungsintensiv.
Wenn Sie den Hebel mehrmals ziehen müssen, bis Sie den gewohnten Druckpunkt spüren, muß die Bremsanlage zum Service und entlüftet werden.


Speichenspannung prüfen:
Wir kontrollieren vor Auslieferung der Räder den Seitenschlag der Felgen und zentrieren diese ggf. nach. Da sich die Speichen aber vor allem in der Einfahrzeit noch setzen, sollten diese bei jeder Wartung zumindest in der Anfangszeit kontrolliert und nachgespannt werden. Hierfür ist schon etwas Erfahrung nötig und sollte im Zweifel von einer Fachwerkstatt (z.B. im Rahmen einer Erstinspektion) durchgeführt werden. Gerade bei gewichtigen Fahrern ist eine korrekte Speichenspannung wichtig. Wenn erst eine Speiche gebrochen ist, folgen in kürzester Zeit weitere, also sofort austauschen! Für die, die sich selbst versuchen wollen, will ich versuchen, es zu erklären.

Speichen nachspannen
Fangen Sie beim Ventil an und ziehen die erste Speiche (Abb.9) eine viertel Umdrehung an (axial in Richtung Nabe gesehen rechts herum). Führen Sie dies bei jeder 4. Speiche durch, bis Sie einmal herum sind. Dann folgt die 2. Speiche nach dem Ventil, wieder jede 4. einmal herum. Genauso verfahren Sie mit der 3. und 4. Speiche nach dem Ventil. Sollten Sie mit der Speichenspannung noch nicht zufrieden sein, wiederholen Sie den Vorgang, bis die gewünschte Speichenspannung erreicht ist.

Speichen nachspannen Abb.9

Laufrad zentrieren
Nachdem Sie die Speichen nachgespannt haben, oder einen Seitenschlag der Felgen feststellen, müssen Sie die Laufräder wie folgt zentrieren:
Stellen Sie einen Bremsschuh dicht an die Felge (Abb.10) und drehen das Laufrad. Die Speichen sind immer abwechselnd rechts und links an der Nabe eingespeicht. Wenn die Felge an einer Position an dem Bremsschuh schleift, ziehen Sie die Speiche, die am nähesten dieser Position an der gegenüberliegenden Seite der Nabe eingespeicht ist, eine viertel Umdrehung fester. Dies wiederholen Sie so lange, bis der Seitenschlag höchstens 1mm beträgt und führen den gleichen Arbeitsgang auf der anderen Seite der Felge durch. Sollte das Laufrad aber z.B. infolge eines Sturzes zu stark schlagen, können Sie dies nicht mehr durch diese Art des zentrierens beheben. Dazu benötigen Sie dann einen Fachmann mit Zentrierständer.

Laufrad zentrieren Abb.10


Nabenschaltung einstellen:

die mit Abstand meisten nabengeschalteten Räder, die wir anbieten, haben eine 7 Gang Schaltung von SRAM/Sachs oder 7 bzw. 8 Gang Schaltung von SHIMANO. Allen gleich ist, daß die Schaltungen im 4. Gang eingestellt werden und die Einstellung hinten an der Nabe kontrolliert wird. SRAM Spectro
An der Hinterradnabe befindet sich rechts die Clickbox. Sowohl im roten Innenteil als auch auf dem Klarsichtdeckel sehen Sie eine Linie (Abb11). Sind diese Markierungen im 4. Gang nicht deckungsgleich, justieren Sie dies an der schwarzen Stellschraube der Bowdenzugeinführung an der Klickbox (Abb.12)

SRAM Spectro Abb.11
SRAM Nabenschaltung Abb.12

SHIMANO Nexus 7
An der Hinterradnabe befindet sich rechts zwischen Ausfallende und Ritzel die Schaltmechanik. Dort können Sie 2 rote Markierungen sehen (Abb.13). Sind diese Markierungen im 4. Gang nicht deckungsgleich, justieren Sie dies an der Stellschraube der Bowdenzugeinführung oben am Schaltgriff (Abb.14).

Shimano Nexus Nabenschaltung Abb.13
Shimano Drehgriffschalter Abb.14

SHIMANO Nexus8
An der Hinterradnabe befindet sich rechts zwischen Ausfallende und Ritzel die Schaltmechanik. Dort können Sie 2 gelbe Markierungen sehen (Abb.15). Sind diese Markierungen im 4. Gang nicht deckungsgleich, justieren Sie dies an der Stellschraube der Bowdenzugeinführung oben am Schaltgriff (Abb.16)

Shimano Nabenschaltung einstellen Abb.15
Stellschraube Shimano Nexus Abb.16


Exzenterlager einstellen:

Exzenterlager einstellen
bei einem exzentrich gelagertem Innenlager können Sie die Kette am Tretlagergehäuse spannen.
Lösen Sie dafür die beiden Inbusschrauben. Mit Hilfe eines Hakenschlüssels können Sie nun den Exzenter drehen und somit die Kette spannen. Ziehen Sie danach die beiden Inbusschrauben wieder fest. Es kann sich mit der Zeit ein knarzen "einstellen" welches man aber durch nachfetten beseitigen kann.

 


Kettenschaltung einstellen:

hier verhält es sich ähnlich, wie beim Laufrad zentrieren; wir kontrollieren und justieren die Einstellung, soweit dies im Montageständer und ohne Probefahrt möglich ist. Besonders in der Anfangszeit dehnen sich die Bowdenzüge noch und beeinflussen damit die Einstellung. Deshalb muß eine Kettenschaltung bei jeder Inspektion nachjustiert werden (Nabenschaltungen reagieren nicht so empfindlich auf die Bowdenzugdehnung und müssen deshalb seltener nachgestellt werden). Technisch versierte können dies selbst erledigen, alle anderen sollten es vom Fachmann machen lassen. Trotzdem wollen wir auch hier versuchen, es zu erklären.

vorderer Umwerfer:

Umwerferposition
Prüfen Sie zuerst die korrekte Position des Umwerfers. Das äußere Leitblech muß im oberen Bereich einen Abstand von zwei bis drei Millimetern zu den Zahnspitzen des großen Kettenblattes aufweisen (Abb.17). Der Umwerfer muß zudem exakt parallel zu den Kettenblättern stehen. Überprüfen Sie dies mit einem Blick von oben. Oft bringt schon diese Maßnahme den erwünschten Schaltkomfort.

Umwerfer einstellen Abb.17

Anschläge justieren
Am Umwerfer befinden sich 2 Kreuzschlitzschrauben (Abb.18), die mit 'L/Low' und 'H/High' gekennzeichnet sind und den max. Hub des Umwerfers in beide Richtungen begrenzen. Schalten Sie vorne auf's kleinste und hinten auf's größte Kettenblatt. Mit der 'Low' Begrenzungsschraube justieren Sie den Abstand des inneren Leitblechs zur Kette, die gerade noch berührungsfrei am Blech vorbeilaufen sollte. Ist der Abstand zu groß, kann die Kette ablaufen, ist der Abstand zu klein, wechselt die Kette nicht vom mittleren auf's kleinste Kettenblatt. Schalten Sie nun vorn auf das größte und hinten auf das kleinste Kettenblatt. Die 'High' Begrenzungsschraube ist für den äußeren Anschlag des Umwerfers zuständig. Begrenzen Sie ihn so, daß die Kette auch hier geräuschfrei vorbeiläuft.

Umwerfer Anschläge justieren Abb.18

Feinjustage
Es folgt die Feinjustage an der Kabelvorspannschraube(Abb.19) des Schalthebels oben am Lenker. Dazu schalten Sie aufs mittlere Kettenblatt. Die Kette soll vom mittleren Kettenblatt in allen hinteren Gängen laufen, und sollte höchstens beim kleinsten und größten Ritzel hinten Schleifgeräusche machen (ggf. müssen Sie die Zugspannung an der Einstellschraube des Schaltgriffes nachjustieren). Dies ist durch den diagonalen Kettenlauf (die sog. Kettenschränkung) bedingt. Zu große Kettenschränkung (Abb.20) erhöht den Verschleiß, erzeugt Geräusche und mindert den Wirkungsgrad. Sie sollten Schaltkombinationen, die eine große Kettenschränkung bewirken, vermeiden. Schalten Sie dann auf jedem Kettenblatt vorn alle Ritzel hinten einmal durch.

Stellschraube am Schalthebel Abb.19
Kettenschränkung beachten Abb.20

hinteres Schaltwerk:

Anschläge justieren
Auch das hintere Schaltwerk hat 2 Anschlagschrauben(Abb.21), die mit 'L/Low' und 'H/High' gekennzeichnet sind. Hiermit regulieren Sie ebenso den max. Hub des Schaltwerkes in beide Richtungen, wobei hier 'High' für das kleine und 'Low' für das große Ritzel bestimmt ist. Wenn Sie das Bike in einen Montageständer hängen und während des Justierens kurbeln, hören Sie genau, wann die Kette geräuschfrei läuft. Bei ungenauer Justage kann die Kette in die Speichen geraten!

Anschlagschrauben am Schaltwerk Abb.21

Kettenabstand
Bei Verwendung eines großen oberen Ritzels (30 Zähne und mehr) (Abb.22) kann es vorkommen, daß die obere Schaltrolle daran anstößt. Nur in diesem Fall dreht man die kleine Distanzschraube(Abb.23) soweit hinein, bis sich das obere Schaltröllchen weit genug vom Ritzel entfernt. Drehen Sie diese Schraube nie weiter hinein, als unbedingt nötig.

Ritzelpaket Abb.22
Distanzschraube Abb.23

Feinjustage
Schalten Sie einige Male herauf und herunter und abschließend auf ein Ritzel in der Mitte der Kassette (Ritzelpaket). Läuft alles geräuschfrei? Wenn nicht, können Sie das Schaltwerk an den Kabelspannschraubenam Schalthebel oder Schaltwerk(Abb.24) feinjustieren. Eine Drehung nach links erhöht die Kabelvorspannung und eine Drehung nach rechts vermindert die Kabelvorspannung. Die Kabelspannschraube am Schalthebel können Sie auch während der Fahrt bedienen. Verstellen Sie Schrauben immer nur um eine halbe Umdrehung und prüfen Sie dann die Wirkung. Fällt die Kette nicht mehr aufs nächstkleinere Ritzel, ist die Kabelvorspannung zu hoch. Will die Kette nicht mehr aufs nächstgrößere Ritzel springen, muß die Kabelvorspannung erhöht werden.

Einstellschraube am Schaltwerk Abb.24


und sonst?

Richten Sie den Scheinwerfer, die Schutzbleche und ggf. den Gepäckträger aus. Hier drückt sich beim Transport schon mal was beiseite, was sich mit wenigen Handgriffen richten lässt. Sie können dies natürlich vermeiden, indem Sie das Rad bei uns selbst abholen. Dann ist aber ebensowenig auszuschließen, daß sich 'ne Schutzblechstrebe in Ihrem Kofferraum verbiegt ;-)
Ziehen Sie sämtliche bisher nicht erwähnte Befestigungen nach; u.a. Radmuttern, Sattel, Sattelstützenklemmung, Gepäckträger, Lenker, Hebel, Barends, Beleuchtung, Ständer.
Kontrollieren Sie den Luftdruck. MTB's sollten 2,5-3 bar haben, Trekking-, Touren-, Cross- u. Cityräder rund 4 bar. Die genaue Angabe finden Sie auf der Reifenflanke. Wenn Sie ca. 1x im Monat den Luftdruck prüfen, läuft Ihr Rad leichter, haben Sie einen besseren Pannenschutz und verlängern die Lebensdauer der Reifen!
Eine sorgfältige Kettenpflege verlängert die Lebensdauer des Antriebes. Halten Sie die Kette immer frei von Sand und schmieren sie regelmäßig; am besten sparsam auftragen und dafür häufiger dran denken ;-). Ist sie erst verrostet, ist es lange zu spät! Bei nabengeschalteten Rädern müssen Sie auch regelmäßig die Kettenspannung prüfen. Führen Sie dies bei unterschiedlichen Kurbelstellungen aus, da das Kettenblatt i.d.R. etwas oval ist. Das Kettenspiel sollte in der Mitte zwischen Kettenblatt und Ritzel ca. 1-2cm betragen. Wenn sie zu locker ist, kann die Kette ablaufen und Schäden verursachen; ist sie zu stramm, treten Laufgeräusche auf.
Wenn Ihr Rad mit einem herkömmlichen Seitendynamo ausgerüstet ist, müssen Sie diesen noch ausrichten. Ausgeschaltet sollte er möglichst nah am Reifen stehen, damit im eingeschaltetem Zustand der maximale Anpreßdruck gewährleistet ist. Außerdem muß die Laufrolle ausgerichtet werden; die Drehachse der Laufrolle muß radial zur Laufradachse ausgerichtet sein.
Ein wichtiger Tip zur Beleuchtung: wenn die Glühlampe vorn mal durchbrennt, folgt die Hintere nach sehr kurzer Zeit. Dies ist besonders ärgerlich bei LED-Rückleuchten, die dann (teuer) komplett getauscht werden müssen! Führen Sie immer eine Ersatzbirne mit, um diese ggf. sofort auswechseln zu können.
Sollte ein Reifen unrund laufen (ca. 3 bis 5mm Höhenschlag sollten nicht überschritten werden) und sich nicht richtig auf der Felge setzen (lassen Sie sich hierbei nicht von den Reflexionsstreifen auf der Reifenflanke irritieren), machen Sie folgendes: Lassen Sie die Luft aus dem Reifen und kontrollieren Sie, ob das Felgenband in der Felge mittig verlegt ist; dies hindert den Reifen meist, sich richtig zu setzen. Bestreichen Sie dann die Flächen zwischen Reifenflanke und Felge mit Reifenmontierpaste. Da Sie keine Reifenmontierpaste haben, behelfen Sie sich mit Spüli ;-) Wenn Sie dann kräftig Luft draufgeben (gut 4 bar), setzt sich der Reifen in seine vorgesehene Position.


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